Installation zum Thema sexualisierte Gewalt von Sa., 18.07. bis So., 02.08.26
Am Sonntag, 19.07.26, findet um 9.15 Uhr ein Gottesdienst mit Bezug zur Installation statt.
Die Installation der Fachstelle gegen Gewalt und des Betroffenenbeirates der Bistümer Limburg und Fulda soll für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisieren. Die Ausstellung ist ab Samstag, 18.07., täglich zu den Öffnungszeiten des Wetzlarer Doms, von 9 Uhr bis 19 Uhr, zugänglich. An den Wochenenden stehen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner vor Ort bereit, generell ist die Fachstelle gegen Gewalt zu den Zeiten der Ausstellung unter fachstelle-gegen-gewalt@
Die individuell gestalteten Holzfiguren in den Kirchenbänken verdeutlichen die statistische Anzahl Betroffener von sexualisierter Gewalt, wenn das Kirchengebäude voll besetzt ist. „Diese Installation im Kirchenraum zeigt das Ausmaßsexualisierter Gewalt in unserer Gesellschaft. Die Silhouetten, die in den Kirchenbänken verteilt sind, zeigen die statistische Anzahl von Betroffenen in einer gefüllten Kirche. Sie symbolisieren die vielen Menschen, die dieses Leid erfahren haben und mitten unter uns oft unsichtbar bleiben“, heißt es im Flyer zur Ausstellung. Die Figuren sollen deutlich machen, dass Betroffene überall präsent seien, dass es Menschen aus allen Schichten und Altersklassen sind und dass jede Besucherin oder jeder Besucher, ohne es zu wissen, neben einer Person sitzen könnten, die sexualisierte Gewalt erlitten habe oder ihr noch immer ausgesetzt sei.
Haltungswandel nötig
Die Kirche trage eine besondere Verantwortung, da in ihren eigenen Reihen über Jahre hinweg zahlreiche Fälle sexualisierter Gewalt stattfanden, die Taten vertuscht und Täter versetzt wurden. 2020 beschloss die Deutsche Bischofskonferenz verbindliche Kriterien für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland. Die Bistümer Limburg und Fulda richteten einen Betroffenenbeirat ein, der strukturell am Aufarbeitungsprozess beteiligt ist. Die Zitate auf den hölzernen Figuren stammen von Mitgliedern aus diesem Beirat und von weiteren betroffenen Personen und sollen auf die Lebensrealität betroffener Personen aufmerksam machen.
Betroffene hören
Die Figuren sollen erfahrbar machen, wie viele Menschen tatsächlich von sexualisierter Gewalt betroffen waren oder sind. Die Installation soll zeigen: Betroffene sind überall präsent – daher auch der Titel „Mitten unter uns“. Die Fachstelle gegen Gewalt im Bistum Limburg und der gemeinsame Betroffenenbeirat der Bistümer Limburg und Fulda wollen dies deutlich machen, dafür sensibilisieren und für einen transparenteren Umgang mit diesem Thema einstehen. Die Silhouetten forderten die Kirchenbesucherinnen und -besucher auf, nicht länger wegzusehen.
T: Felicia Schuld, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Limburg, B: F. Schuld/Bistum Limburg
Bildunterschrift: Die Silhouetten stehen in den Kirchenbänken. Auf den Vorderseiten stehen Zitate der Betroffenen.