„Hast du heute schon danke gesagt?“, so singen wir im Kindergottesdienst in Sankt Markus.
Es ist ein herrlich unkompliziertes Lied. Es fordert uns nicht auf, die Weltformel zu lösen, sondern stellt eine ganz einfache Frage. Eine Frage, die zum Erntedankfest und darüber hinaus eine enorme Kraft entfaltet.
In diesen Tagen fällt das Danken vielen gar nicht so leicht. Wer die Nachrichten einschaltet, wird regelrecht überschwemmt von weltweiten Schreckensmeldungen, Krisen und Konflikten. Da kann sich schnell das Gefühl breitmachen, dass die Welt aus den Fugen gerät.
Genau hier setzt das Erntedankfest an – nicht als rosarote Brille, die alles Schwere ausblendet, sondern als bewusster Perspektivenwechsel. Erntedank lädt uns ein, den Blick scharfzustellen. Weg von dem, was uns Angst macht, hin zu dem, was unser Leben trägt.
Im Lied singen wir von Brot und Milch, von Haus und Bett – die allermeisten von uns können Danke sagen für einen täglich reich gedeckten Tisch, für ein Zuhause, das mehr ist als ein Dach über dem Kopf.
Eine Strophe besingt das Danken für die Freunde – ich hoffe, dass Sie Menschen in Ihrem Leben haben, die da sind, die gut tun, die mitgehen.
Und zuletzt heißt es: „Und weißt du auch schon, dass Jesus dich mag, dass er mit dir geht von Tag zu Tag.“
Nehmen Sie dieses einfache Kinderlied doch mit in die neue Woche, vielleicht hilft es beim Hinschauen auf die vielen kleinen wertvollen Dinge, von denen wir umgeben sind. Die Sorgen werden dadurch nicht sofort kleiner, aber unser Herz wird weiter und getroster, ganz bestimmt!.
Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gesegnetes Erntedankfest und für die kommenden Tage einen bewussten, offenen Blick für all das viele Gute, das Gott uns trotz allem täglich schenkt.
Herzlichst
Susanne Schmid
B: privat