Die Messe, eine Gipfelereignis
Was würden Sie als „Höhepunkte“ in ihrem Leben sehen? Wenn die Kirche vom Höhepunkt des christlichen Lebens spricht, dann meint sie die Hl. Eucharistie. Das zweite Vatikanische Konzil sagt, dass die Eucharistie und damit die Hl. Messe „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ ist (LG 11).
Warum? Weil in jeder Hl. Messe gegenwärtig wird, dass Jesus uns erlöst hat, dass er für unsere Sünden gestorben und auferstanden ist.
Dadurch hat er den Weg zu Gott freigemacht.
Ein bisschen gleicht die Feier der Messe dem Ersteigen eines
Höhenpunktes, eines Gipfels, wie beim Bergsteigen.
Am Fuß des Berges findet sich oft Geröll, das uns den Weg zum Gipfel und zu Gott versperrt. Wir selbst können es nicht wegräumen. Dazu gehören auch unsere Sünden. Deswegen bitten wir Gott, dass er das für uns tut. Wir machen ein Kreuz, als Zeichen, dass wir zu ihm gehören und bitten ihn um Vergebung.
Nun ist der Weg frei und wir begegnen Gott zuerst in seinem Wort. In den Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament hören wir seine Taten in der Geschichte, wer er ist und wie der Glaube gelebt werden kann. Im Evangelium begegnen wir dann Christus selbst. Oft erhellt das Evangelium die Texte aus dem Alten Testament, sodass wir sie auf Christus hin lesen können.
Im Glaubensbekenntnis sprechen wir unser „Ja“ als Antwort auf die gehörten Texte und an Gott. Und diesem Gott darf ich nun auch in den Fürbitten die Anliegen von Kirche und Welt bringen.
Wir steigen weiter den Berg hinauf und gelangen zum nächsten Teil: der Eucharistiefeier. Bei der Gabenbereitung bringen wir Brot und Wein zum Altar. Dabei schenken wir Gott auch unser Leben und bitten, dass er zusammen mit Brot und Wein unser Leben verwandelt.
Danach folgt die Präfation und das Sanctus, mit dem wir eine Grenze überschreiten: Auf dem Gipfel schon über den Wolken ist das Hochgebet mit der Wandlung verortet. Der Priester spricht die Einsetzungsworte und Brot und Wein werden zu Leib und Blut Christi. Es ist der Moment, in dem sich Himmel und Erde verbinden, der Moment, in dem Jesus Christus „hinabsteigt“ und das Brot sich in seinen Leib verwandelt. Die Hl. Messe verbindet auch deshalb Himmel und Erde, weil wir im Hochgebet besonders für die irdische Kirche, aber auch für die Verstorbenen beten und darauf vertrauen, dass wir einmal mit allen Heiligen im Himmel vereint sein werden.
Nach dem „Vater unser“ und dem „Agnus Dei“ (Lamm Gottes) kommt der Moment der Hl. Kommunion. Hier darf ich Jesus spürbar begegnen und seine Gegenwart erfahren.
Nach Schlussgebet und Segen spricht der Priester: „Gehet hin in Frieden“, im Lateinischen: „Ite, missa est“ – genauer übersetzt: „Geht, ihr seid gesendet“. Das heißt: Wir sind durch den Segen Gottes für unseren Alltag gestärkt und ausgesandt.
Nach der Hl. Messe geht es nicht wieder ganz ins Tal zurück. Es hat sich etwas verändert. Wir sind am Ende ein gutes Stück höher, d.h. näher bei Gott. Nun ist es unsere Aufgabe, den Segen der Hl. Messe hinauszutragen in unsere Umgebung, damit sie immer weniger aus Geröll besteht, sondern durch die Liebe Gottes zum „Blühen“ kommt.
Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Kaplan Matthias Böhm
Text: Katharina Weiß, Abteilung Evangelisierung im Bistum Augsburg, 2023, gekürzt und bearbeitet von Matthias Böhm
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