„Um wen geht’s denn eigentlich?“
An diesen beiden Sonntagen hören wir in den biblischen Lesungen davon, dass Menschen sich für Gott entschieden haben, und da kommt natürlich direkt die Frage auf, ob ich mich selbst denn auch so klar entschieden habe.
Ist Ihnen und euch das so bewusst? Die Entscheidung klingt so leicht und fast wie „selbstverständlich“, aber die Bibeltexte zeigen uns, dass das gravierende Konsequenzen hat (nicht nur haben könnte): Sich für „die Sache Jesu“ – also das Reich Gottes – einzusetzen, kann bedeuten, dass ich mich konkret gegen andere Menschen und vielleicht sogar gegen mich selbst stellen muss. Regt sich da Widerstand? Nunja – es gibt unzählige Märtyrer(innen), die durch diese radikale Entscheidung gegen ihre Familien und Freundschaften stehen, ja auch ihre eigene körperliche Unversehrtheit darunter leidet. Einer davon ist der Jesuitenpater Alfred Delp (s. Foto – bei einem Verhör), der mutig gegen die Nazi-propaganda den Mund auftat und dafür hingerichtet wurde. Er hatte allerdings auch Christ(inn)en im Visier, die ihre Religion mit „bürgerlicher Wohlanständigkeit“ verwechselten: „Sie glauben an alles, nur nicht an den lebendigen Gott“ (so schrieb er aus dem Gefängnis), sie handeln nicht im Namen Gottes, sondern „im Namen der Ruhe, des Gewöhnlichen, des Bequemen, des Ungefährlichen“. Das war deutlich!
Lassen wir uns durch die aufrüttelnden Worte der Bibel aufwecken und den Heiligen Geist bitten, durch uns in Kirche und Welt segensreich zu wirken!
Herzliche Grüße von Pfr. Christian Enke, Klinikseelsorger
B: SJ-Bild, EOM/Lennart Preiss