„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“
Das Gute an moderner Kunst ist, dass sie Raum für Interpretationen in die verschiedensten Richtungen ermöglicht, und besonders die sakrale Kunst kann Impulse für die eigene Spiritualität eröffnen.
Ich muss zugeben, dass ich mich mit dem Christus-Altarbild in Sankt Markus schwer tue, und ich weiß, dass es vielen anderen auch so geht. Trotzdem ruht mein Blick im Gottesdienst automatisch darauf und vermittelt mir mal diese, mal jene Botschaft.
An einer möchte ich Sie und euch diese Woche gerne teilhaben lassen.
Im Rund entdecke ich ein Bild für das menschliche Sein, für unsere Seele: Verankert auf der Erde, aber offen zum Himmel. Das Äußere ist teilweise durchlässig, da geschieht Austausch mit der Welt, mit den Mit-Geschöpfen, mit dem Außen. Mancher Hohlkreis ist gefüllt mit Edelsteinen, mit Wertvollem, Kostbarem, mit dem, was bleibt und uns zu dem macht, wer wir sind.
Aber wie Pfeile dringen schmerzvolle Ereignisse, bedrohliche Nachrichten, schwere Gedanken ins Innere, durchbohren die äußere Hülle, durchbrechen den Ich-Kreis.
Aber in der Seelen-Mitte wie ein starker Baum, dem nichts und niemand etwas anhaben kann: Christus! Das Göttliche!
Jesus Christus mit in sich ruhendem Gesichtsausdruck, mit weit geöffneten Armen, die den Seelen-Kreis stützen. Und ich muss an den ersten Satz des heutigen Evangeliums denken:
„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ Joh 14,1
Vielleicht mögen Sie dieses Altarbild mit ins Innere nehmen, vielleicht schenkt es innere Stärke, wenn die äußeren Irrungen und Wirrungen groß sind.
Vielleicht verschafft es ein wenig Ruhe und Gelassenheit im Wahnsinn der aktuellen Zeit.
Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen und Dir
Susanne Schmid
B: Alexander Link in: Pfarrbriefservice.de